Die Ausstellung Von Bacon zu den Beatles im Milan
Die 50er und 60er Jahre waren Schauplatz für eine intensive klangliche und ästhetische Revolution. Neben den musikalischen Experimenten und dem Entstehen zahlreicher Rock-Legenden entwickelte sich parallel eine unglaubliche visuelle Produktion, die in der Suche nach dem Neuem, dem Verbotenem, der Provokation und der Überwindung alter und für obsolet gehaltener Regeln begründet war und sich zu einer bildenden Kunst entwickelte, in welcher die “Ästhetik” und “das Schöne” sehr unterschiedliche Wege einschlugen. Während die Beatles die zukünftigen Meilensteine der Rockmusik komponierten, verband Francis Bacon in seiner Malerei die menschliche Dimension mit der Monströsität, dem Schrecken und dem Leiden.

Die Ausstellung “Von Bacon zu den Beatles: neue Bilder in Europa in den Jahren des Rock”, die im Museo Della Permanente stattfindet, bietet einen Parcour durch musikalische und visuelle Kreationen und präsentiert damit eine sehr gute Auswahl an Werken, die man mit Kopfhörern betrachten und dabei die gröβten musikalischen Erfolge derselben Epoche hören kann. Das Format dieser Ausstellung ist ein sehr Interesantes und folgt einer kuratorischen Linie, die innerhalb der bildenden Künste immer erfolgreicher wird: die Verbindung mit der Musik oder der klanglichen Beeinflussung des visuellen Erlebnisses, (nach der Kuratorin Chiara Gatti) mit der Absicht, ein stärkeres sinnliches Erlebnis zu kreieren. Auf diese Weise kann das gleichzeitige Ereignis der klanglichen und ästhetischen Revolution aus der Nähe betrachtet werden, es wird ein Erkennen der beidseitigen Einflüsse ermöglicht und man kann nachvollziehen, bis zu welchem Grad die neue Art zu Sehen die klanglichen Kompositionen beeinflusste und wie auf der anderen Seite die Art des Musik-Hörens eine Auswirkung auf das Sehen und Verarbeiten des Visuellen hatte.
Die Ausstellung beinhaltet auβerdem Peter Blake und Richard Hamilton und Werke der italienischen Bewegung der “Arte Povera” von Alberto Giacometti, Mimmo Rotella, Guiseppe Guerreschi und Mario Schifano; den Nordamerikaner William Utermolhen, den Deutschen Horst Antes und die Franzosen Jean Dubufet und Cesàr. Die “klangliche Seite” besteht aus den Beatles, Pink Floyd, Elvis, Jimi Hendrix, Joan Baez, Jim Morrison und Mick Jagger. Es ist interessant zu sehen, dass die Beleuchtung der Gemälde (vorwiegend groβe Formate) und Skulpturen eine Assotiation zu Musikern auf der Bühne weckt und somit versucht wird, die Atmosphäre jener Epoche von tiefgreifenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, vom Vietnamkrieg bis zu Woodstock, zu rekonstruieren und in Erinnerung zu rufen.
Die Ausstellung findet im Museuo Della Permanente in der Via Turati 34 noch bis zum 12 Februar statt. Der Eintritt kostet 6 Euro und die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 13:00 und von 14:30 bis 18:30. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen: von 10:00 bis 18:30 (Montags geschlossen). Mehr Information auf: http://www.lapermanente.it/eventi/bacon.aspx.
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Übersetzt: Grete Tal
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Übersetzt: Heloise Battista






Alexa Ray


Übersetzt: Heloise Battista