Das Universum von Francesca Woodman im Palast della Ragione in Mailand
Das Porträt ist eins der populärsten Fotogenres. Vielleicht sind die bekanntesten Porträts diejenigen, die berühmte Menschen darstellen, wie beispielsweise in den Fotographien von Annie Leibovitz und Mario Testino, die als moderne „Hofkünstler“ dienen.

Aber wie stehts mit den Selbstporträts? Einige Fotografen haben sich ausschließlich dem Selbstfotografieren gewidmet. Dieses fotografische Genre lässt uns nur in den seltensten Fällen gleichgültig, und hinterlässt in der Regel einen gewissen Eindruck, da viele Künstler mithilfe des Selbstpoträts unglaubliche Bilder oder ungewöhnliche Alter Egos kreieren.
Unter diesen Fotografen, deren Werk hauptsächlich aus Selbstporträts besteht, ist die amerikanische Fotografin Francesca Woodman (1958-1981). In ihrer Arbeit wird der eigene Körper fast in ein Objekt umverformt. Sie begann mit nur 13 Jahren und hat sich der Selbstfotografie gewidmet, und obwohl sie sich sehr früh das Leben nahm, hat sie ein wichtiges Oeuvre hinterlassen.
Das Palazzo della Ragione in Mailand hat nun eine Ausstellung kuratiert, die 116 ihrer Fotoarbeiten und fünf Videos zusammenbringt, die uns das Universum Francesca Woodmans näher bringen sollen. Die Ausstellung wurde als Reise erdacht, in der die verschiedenen Stationen der kreativen Entwicklung der jungen Künstlerin, anhand von verschiedenen Orten markiert: Boulder (Colorado), Rhode Island, wo sie die Rhode Island School of Design besuchte, Rom, und letztendlich New York, eine Stadt wo sie ohne Erfolg versuchte einen Fuß in der Welt der Modefotografie zu fassen. Woodman lebte zwischen 1977 und 1978 in der italienischen Hauptstadt. Unter ihren Werken sind auch viele Nacktporträts zu finden, in denen sie mit Mehl, Farbe, oder anderen Substanzen beschmiert ist. Als sie in Rom lebte, organisierte sie eigenhändig ihre erste Ausstellung in Italien.
Francesca Woodman wird nicht als das Hauptsujet und der Mittelpunkt des Bildes porträtiert, sondern vielmehr als Teil des Umfeldes, der natürlichen Umgebung, oder den Innenräume, die sie oft selbst arrangierte. Ihr Körper schein mit den Wänden und den Möbeln eins zu werden, oder kann zwischen Türen und Rahmen erahnt werden. Eins der wiederkehrenden Motive in Woodmans Arbeit ist das Fehlen des Gesichts, das oftmals ausgeschnitten, versteckt, oder im Schatten ist. So als wäre sie ein Geist gefangen in einer Fotografie.
Die Ausstellung im Palazzo della Ragiona begann am 16. Juli und läuft bis zum 24. Oktober an. Dieses Kulturprojekt wird keinen Fotografieliebhaber gleichgültig lassen. Entdecke die Arbeit und das Leben dieser amerikanischen Künstlerin, miete Appartements in Mailand und lass dich auf ihre wunderbare Bildwelten ein.






