Born to kill

Posted by milanblogger | Mailand | Friday 16 July 2010 10:15 am

Viele sind der Ansicht, dass alle Menschen potenziell sinnlose und blutrünstige Killer sein können (man denke an Serienkiller, übereifrige Soldaten oder Selbstmordattentäter), gibt es auch eine andere Seite der Medaille.

Born to kill

In Kriegsszenen sind wir immun gegenüber den tausenden Soldaten, die wahllos um sich her schießen. Interessanterweise, sind nur fünfzehn Prozent der neuen Soldaten dazu in der Lage wirklich gezielt zu töten. Die meisten zielen entweder zu hoch, oder sie schießen überhaupt nicht, oder tun so als wären sie gerade mit was Anderem beschäftigt. Es ist nicht nur ein Ungefallen daran, ein menschliches Leben auszulöschen, das diese Neulinge daran hindert, gegnerische Soldaten zu erschießen. Genforscher haben herausgefunden, das alle Lebewesen auf diesem Planeten etwas Gemeinsames in ihrer DNA vorweisen: alle sind dazu „gewillt“ ihr eigenes Leben, oder das Leben eines anderen Lebewesens zu nehmen, wenn es um allgemeines Wohl geht.

Das bedeutet letztendlich, dass wir genetisch mit einem starken Gerechtsinn ausgestattet sind. Wenn wir fest daran glauben, dass das was wir tun richtig und gut für die Menschheit im Allgemeinen ist, dann gehen wir dafür über Leichen – egal ob dies bedeutet, dass wir dafür sterben müssen, oder ein anderer.

Es ist diese Art der genetischen Programmierung die es dem Faschismus, relgiösem Fanatismus und dem Terrorismus ermöglicht ganze Menschenmassen dazu zu bringen sich gegenseitig, oder selbst zu töten. Diese Menschen werden nicht von dem Gedanken an Tod, oder Destruktion an sich motiviert, zu solchen Maßnahmen zu greifen – aber eben der Glaube an das Allgemeinwohl, der Glaube an ein besseres Leben für die ganze Menschheit.

Und dann spielt natürlich auch der Abwehrmechanismus und Selbstschutz eine Rolle. Wir verteidigen unser Leben und das Leben unserer Kinder. In einigen Fällen ist es sogar wichtiger das Leben unser Kinder zu schützen als unser eigenes. Dieses Argument wurde beispielsweise vorgebracht, als in einem italienischen Gericht, der Fall eines Vater verhandelt wurde, der den Vergewaltiger seines Kindes brutal ermordet hat. Die Verteidiger wussten nichts von unserer genetischen Disposition zur Gerechtigkeit, aber sie wussten was über Selbstverteidigung, und brachten dafür sehr interessante Argumente hervor, die alle auf dieselbe Gleichung hinausliefen: Kindervergewaltiger glich einer Gefahr. Und eine Gefahr muss ausgelöscht werden. Gemäß der Verteidiger waren hier einfache, Naturimpulse zugange, egal wie wohlbedacht die Ermordung geplant worden war. Letztendlich hat das Gericht dieses Argument nicht abgekauft, aber viele Eltern schon, die in Massenprotesten gegen die Entscheidung des Gerichtes protestierten, und Appartments in Mailand für die Dauer des Protestes mieteten, was schließlich dazu führte, das der Vater freigelassen wurde.